t.t.m.- therapie.tier.mensch. UG (haftungsbeschränkt)
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t.t.m.- therapie.tier.mensch.  - Leben, Arbeiten und Kommunizieren  -  mit Mensch und Tier

Einsatz von Hunden in der Tiergestützten Intervention

Stellungnahme: unsere  Haltung zum  Einsatz von Hunden innerhalb der Tiergestützten Arbeit

 

Wir fassen uns hier in der Sache "knapp", geben lediglich einen Einblick in unsere Auffassung , was das Zusammenarbeiten mit Hunden in diesem Bereich angeht.

 

 

Die Zahl der eingesetzten Hunde nimmt deutlich zu - auch die Zahl der nicht adäquat ausgebildeten Besitzer und Hunde ! 

Manche Hundebesitzer, die professionell im therapeutisch-pädagogisch-psychologischen Bereich arbeiten, sind der Auffassung, dass ihr Hund schon allein deshalb geeignet sei, weil er ein Suchtraining, Obidience, Agility oder sonstige Fachtrainings absolviert habe.

Das ist nicht zwingend der Fall.

 

 

Manche Therapiehundeausbilder sind der Meinung, dass man schon bei einem Welpen festlegen kann, ob sich sein Wesen für eine therapeutische Arbeit eignet - hier gibt es natürlich Verhaltenstendenzen, die aber einen Status Quo dokumentieren und die nicht unbeeinflussbar sind.

Therapiehunde dürfen nach dieser Meinung ebenfalls NULL Ausweich- bzw. Abwehrverhalten in der Arbeit zeigen, müssen sich unter ALLEN Umständen ( dies beinhaltet Bedrohung, Bedrängen, körperliche Übergriffe - Tretandrohungen,  massivstes Kneifen und Schlagandrohungen.ä. ) friedfertig und unterwürfig und aggressionsfrei verhalten.

Dem stimmen wir in dieser Form nicht zu!

Hier ist es die dringende Aufgabe des Therapeuten, den Hund zu schützen und ihn nie und unter keinen Umständen mit irgendeinem Klienten allein zu lassen! Therapiehunde lernen auf der anderen Seite, stark übertriebene Körpersprache des Menschen als möglichst stressfrei und wenig bedrohlich wahrzunehmen. Lernen vieles, was  im Therapie (pädagogischen ) Alltag vorkommt. Das rechtfertigt keine Wesentests in denen massiv gedroht wird. 

 

Wir wollen prägen, sozialisieren, habituieren! Nicht traumatisieren!

 

 

Manche Hundebesitzer, die mit ihren Hunden als Besuchshundeteam arbeiten, was wir sehr schätzen und unterstützen, sind der Meinung, Besuchshunde seien den Therapiehunden gleichgestellt. 

Wir sind nicht dieser Meinung.

Therapeuten und alle anderen Fachgruppen haben auch mit den Hunden eine grundsätzlich andere Herangehensweise mit Hund und Klient. Sie haben immer das Verhältnis von Hund - Klient - Therapeut vor Augen, sind zielorientiert in der Arbeit, passen das Verhalten des Hundes der Befindlichkeit des oder der Klienten an .

Das bedeutet für den Hund, oft sehr spontan reagieren zu müssen, sich zurückzunehmen, um bald darauf wieder in Aktion treten zu können. Genau deshalb ist das Feintuning und die Sachkenntnis in Sachen Hund so enorm wichtig. Es geht um mehr als einen Besuch, es geht um einen therapeutischen/pädagogischen Gesamtkontext, in den der Hund zusätzlich und mit Sachverstand eingebettet wird.

 Es sind einfach komplett unterschiedliche Ebenen, unterschiedliche Absichten mit einem unterschiedlichen Alltag für Mensch und Hund.

 

 

Unsere Meinung:

 

Ja , auch wir bilden aus und fördern Mensch und Hund dahingehend , dass die Tiere menschenfreundlich sind, eine hohe Frustrationstoleranz für die Arbeit mitbringen, diese weiterhin fördern. Sie sollen auch zum eigenen Schutz lernen, dass Rückzug aus einer stressreichen Situation die beste Lösung ist , alagonistisches Verhalten. Es versteht sich für uns von selbst, dass Hunde die dorthin tendieren von der Ausbildung ausgeschlossen werden bzw. Hunden ( eher vorsichtigere, abwartende) unter bestimmten Umständen auch mithilfe guten Trainings Zeit gegeben wird , um sicher zu werden , sich zu entwickeln. 

Unsere Erfahrung zeigt, dass manch ein sensibler Hund, der sich im Junghundealter vorsichtig und abwartend verhielt ( außerhalb jeglichen therapeutischen Kontextes - Anmerkung zur Vorsicht!) mit professioneller Förderung zu einem außergewöhnlich feinsinnigen, freien und gut geeigneten Co-Therapeuten entwickelte. 

 

Ja, auch sind wir der Meinung, dass nicht jeder Hund ein guter Kollege in der Arbeit ist und deshalb dann nicht eingesetzt werden sollte. Auch ein Besuchshund ist keine Hobbybeschäftigung für den Hund und einen Therapiehund einzusetzen, ist kein ökonomisch zu betrachtender  Lifestylefaktor.

 

....Gehorsam allein hat nichts mit der Eignung zu einem Therapiehund zu tun - manchmal stellt die Erwartung des Hundes an die Signalgebung des Besitzers sogar ein Hindernis dar. Er stellt sich als nicht handlungsfähig und aufnahmefähig in der Stiuation dar. Ein Tonfall a la scharf "artikuliertes" SITZ PLATZ FUSS,  ist ein absolutes NO GO und steht einer Teambildung im Wege. Das Gegenteil ist der Fall, leise Stimme und Körpersignale gehören zu einem guten Miteinander.

 

Wir legen bei den Hunden, den eigenen und denen unserer Teilnemer, Wert auf eine hervorragende Aufzucht und Prägung - wohlwissend, dass auch erwachsene Hunde, die vielleicht eine eher ungünstige Prägungs-und Sozialisierungsphase hatten, zu hervorragenden Therapiehunden werden können( weiterführendes Thema)

 

Selbst wenn Hunde grundsätzlich in ihrem Ausdrucksverhalten in verschiedenen Situationen beurteilt werden - auch müssen - , heißt dies nicht, dass man immer klar für oder gegen eine Therapietätigkeit sprechen kann. 

 

Dazu ein Zitat von Patricia McConnell ...." nur weil es die Wahrscheinlichkeit für Regen gibt, heißt es noch nicht dass es auch wirklich regnet."

 

Deshalb ist es zwingend, dass sowohl Sachkundige " in Sachen"

Hunde - Ausdrucksverhalten/ Kommunikation  und Sachkundige in der Arbeit mit Hunden in der tiergestützten Therapie,  gleichzeitig sich die Hunde mit den Besitzern ansehen und analysieren. Beide Kompetenzbereiche gehören zwingend zusammen.

 

Wir empfinden dies in unserer Arbeit als einen unschätzbaren Vorteil, denn wir wissen, wovon wir reden - in beiden Bereichen!

 

Hunde lernen und verhalten sich im Kontext der unterschiedlichen Situationen,

und genau deshalb bilden wir IN der praktischen Arbeit aus, bzw. beobachten das Mensch-Hund-Team vor Ort - um sicherzustellen, dass es dem Hund in der Arbeit gut geht, diese Arbeit für ihn angemessen und zumutbar ist. ....und wir außerdem das Handling und das Know-How in Bezug auf den Umgang mit dem Hund kontrollieren können.

 

Entscheidend für den Einsatz eines Hundes ist auch immer das Ziel, was in der Therapie und Pädagogik usw. verfolgt wird. So kann es passieren, dass der eine Hund besser zur Aufgabe passt, als ein anderer Hund mit einem anderen Charakter oder anderem Temperament ( eher rassespezifische Verhaltensweisen) - genau deshalb besitzen wir persönlich  mehrere Hunde, weil nicht jeder Hund alles gleich gerne machen muss. Und darauf nehmen wir zum Wohle der Hunde Rücksicht. 

 

Wir sagen : Therapiehunde kann man nicht züchten und auch nicht zum Therapiehund machen, sprich trainieren. Es ist eben keine (motorische)Fähigkeit, die man in drei Monaten einüben kann. 

 

Was ist es dann?!

 

Es ist eine Beziehungsarbeit zwischen Mensch und Hund - einer verstehenden Zusammenarbeit zwischen diesen beiden.

 

Schon vor 20 Jahren stand in unserem Ausbildungsflyer für die Hundeschule:

 

Die Körpersprache des Hundes lesen und verstehen zu können, ist der Schlüssel zu einer gelingenden Kommunikation.

 

Das heißt, das Wissen um den Partner Hund und die Fähigkeit mit ihm zu reden, sich einzufühlen in seine Befindlichkeiten, ist die Grundlage für ein effektives und lohnendes Zusammensein. Daraus entstehen Fähigkeiten, Fertigkeiten , auch Kontrolle von Verhalten, vor allem aber ein Zusammengehörigkeitsgefühl - --- Bindung eben.

 

Und dieses Zusammengehörigkeitsgefühl ist es, was ein Therapieteam in der Arbeit nach außen "ausstrahlt". Die Art und Weise der Wertschätzung, die Art und Weise des Umgangs, der Tonfall, das Zusammenspiel - dies alles beeinflusst auch unsere Klienten und Patienten und hat dezidiert ebenfalls  Einfluss auf den Therapieverlauf. Der Hund ist unser lebender Kollege.

 

Goodloe und Borchelt (1998) fanden in einer Studie heraus, dass Hunde, die viel mit den BesitzerInnen zusammen waren und auch viele spielerische Aktivitäten mit ihnen durchführten, deutlich weniger ängstlich in fremder Umgebung waren, wo sie ebenfalls zum Spiel aufgefordert wurden.

 

Was bedeutet das für die Ausbildung?

 

Für die Ausbildung bedeutet dies, dass es nicht nur um das Training von durchaus erwünschten und auch notwendigen Fähigkeiten geht. Es geht um eine extrem gute Abstimmung zwischen Mensch und Hund, um ein allmählich sich perfektionierendes Arbeitsteam, was sich aufeinander einstellen und verlassen kann. 

 

Das benötigt Zeit und Geduld und viel Training dazu. 

 

Im Hütehundbereich und auch im Rettungswesen sind es oftmals die erfahrenen Hunde, die schon um die 7 Jahre alt sind, die die perfekten Teampartner darstellen. Sie haben Erfahrung, können Situationen von sich aus einschätzen und agieren ( unter Kontrolle selbstverständlich) auch sinnvoll eigenständig.

 

Das heißt nichts anderes , als dass Veranlagung, Prägung und Sozialisierung, die Erfahrung im Umgang mit den verschiedensten Menschen und Situationen nicht nur uns Menschen beeinflussen und ausmachen , sondern auch den Hund.

 

Er bildet mit uns Menschen eine Kommunikations- und Bindungsgemeinschaft.

Auch er braucht seine Erfahrungen und Lernzeiten - auch in der Arbeitswelt - um seine Persönlichkeit auszubilden, um sicher und auch routiniert zu werden.

 

Wie man im humanen Therapiebereich weiß, zählt vor allem die Person des Therapeuten deutlich mehr , als die Art der angewandten Therapie.

Deshalb benötigen sowohl Therapeut als auch Hund genügend Zeit und die Möglichkeit ihre Persönlichkeit reifen zu lassen. 

 

Ein Hund-Mensch-Team, was sich aufeinander einstellen kann, kann  damit auch eine hohe Sensibilität und Empathie für andere Menschen entwickeln. 

Nicht zuletzt profitiert ja auch der Therapeut/ Pädagoge...von der eigenen Tiergestützten Arbeit mit sich selbst ----- um es einmal humorvoll auszudrücken!

 

 

Damit schließt sich dann das Dreieck einer gelingenden Therapeut - Hund - Klient Beziehung. 

 

Nach einer Ausbildung soll der/die Tiergestützt Arbeitende wissen, was er/sie erreichen möchte, wie er/sie mit dem Hund art-und wesengerecht umgeht und welche Aufgaben für den Hund zumutbar sind. Es ist in der Tat beeindruckend welche Aktionen mit dem Hund einen therapeutischen Effekt haben, deshalb lernt der Mensch welche Aufgaben des Hundes den therapeutischen Prozess voranbringen können.

Wir brauchen sensible und aufmerksame, feinsinnige und charakterlich eigenständige Hunde in der Therapie, keine abgestumpften Aufgabenempfänger, die tun müssen was der Therapieplan vorsieht. 

Das würde eine Instrumentalisierung , vor allem aber die  Mechanisierung eines hochsozialen Lebewesens bedeuten. Dies stünde im Widerspruch zu unseren beruflichen Absichten.

 

 

 

 

Und die Teilnehmer von LebenLive.FB wissen vor allem, dass sie lediglich begonnen haben, einen lohnenswerten  Weg mit dem Hund zu gehen, der hoffentlich noch lange andauert und viel Erfahrung und spannende Erlebnisse  mit sich bringen wird.

Die jährlichen Kontrollen, zu denen wir alle unsere Teilnehmer einladen, besitzen keinen Prüfungscharakter, sondern sorgen dafür, dass die Teams reflektieren können und der Hund immer wieder professionell neu eingeschätzt wird.

 

Wir begleiten Sie gerne auf diesem Weg,

nicht nur dadurch, dass wir Sie ausbilden und trainieren, sondern auch durch die beschriebenen  jährlichen Treffen, die einen Erfahrungsaustausch und auch Verbesserungen für alle mit sich bringen.

 

 

 

 

 

Frauke Sondermann-Wiedmann

 

Barbara Urbon

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

AM RANDE!

 

 

Uns ist Folgendes wichtig!

Unsere Ausbildung richtet sich an Menschen, die mit ihren

Hunden im normalen Berufsalltag zusammenarbeiten möchten

bzw. der Hund mit an diesem Alltag teilnimmt.

Dies oft mehrere Stunden am Tag und unter sehr anspruchsvollen

Bedingungen.

Gerade ständig wechselnde soziale Kontakte erfordern eine

äußerst stabile Mensch-Hund-Beziehung innerhalb des

Therapeutenteams.

Der Anspruch an eine qualifizierte Ausbildung sollte es sein,

beide Partner zu befähigen, sich gegenseitig und den

gemeinsamen Alltag kennen und (ab)schätzen zu lernen,

um auch in stressigen und herausfordernden Zeiten

miteinander bestehen zu können.

Das kostet Zeit und Geduld!

Aber genau das sollte uns unser Partner Hund wert sein! 

 

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